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Jakobusweg (Camino del Norte)

Camino del Norte

Nicht alle, aber viele Wege führen nach Santiago de Compostela.
Einer von ihnen ist die Route entlang der nordspanischen Küste.
Sie ist älter als der sehr populäre, weiter südlich verlaufende Camino Francés.
Sie ist mal wild und schroff, mal bukolisch lieblich, dann wieder urban und geschichtsträchtig.
Städtische Hochkaräter wie San Sebastian, Bilbao oder Santander wechseln sich ab mit winzigen Fischerstädtchen mit jeglicher Art von Hafenromantik.

Irun - Santiago de Compostela auf dem Küstenweg:
- 14 Tage
- 855 km
- 13870 hm



Baskenland
Rund 180km weit führt der Jakobsweg durch das Baskenland.
Obwohl er zwei der am dichtesten besiedelten Regionen Spaniens durchquert (Gipuzkoa, Bizkaia),
findet er sehr abgeschiedene und naturnahe Pfade, ob an der schroff-wilden Atlantikküste oder im grünen, hügeligen Hinterland.

Die Tour über den Bergzug des Jaizkibel ist ein mühsamer, aber dank der spektakulären Ausblicke
auf das Meer und weit ins Inland, ein schöner Auftakt.
Weiter ging es auf dem Höhenzug zwischen San Sebastian und Orio mit sehr schönen Aussichten auf die Steilküste.
Nach Bilbao schwenkt der Jakobsweg kurz von der Küste in das hügelige Hinterland.
Es geht in großer Abgeschiedenheit durch Wälder und Felder.


Kantabrien
Auf den 180km überwiegen bis auf Castro-Urdiales, Laredo, Santander und San-Vicente-de-la-Barquera ländlich geprägte Regionen.
Zwischen Laredo und Santona verkehrt ein Fährboot.
Es kommt bei Bedarf und hält direkt auf dem Strand der Landspitze von Laredo.

Der Weg auf der Steilküste zwischen Galizano und Somo gehört zu den Höhepunkten des Nordweges.
Die Bootsfahrt nach Santander ist eine so angenehme wie angemessene Art, sich der Hafenstadt zu nähern.


Fürstentum Asturien
Der Jakobsweg hält sich auf seiner rund 280km langen Reise durch das Fürstentum meist nahe an der Küste.
Der gelbe Pfeil und Wegsteine mit der Jakobsmuschel sind meist zuverlässige Begleiter.
Neben überschaubaren Orten wie Llanes, Ribadesella, Villaviciosa oder Luarca sind Gijón und Avilés die einzigen großstädtischen Hürden.

Bevor der Weg kurz nach La Isla in das grüne Hinterland einschwenkt, bringt er uns der Küste mit ihren unverdorbenen Sandstränden nochmals ganz nah.
Danach entführt er uns in die liebliche, hügelige Apfelregion Asturiens, die Heimat des Sitra.

Gijon, ist die größte Stadt Asturiens und mit zahlreichen Werften, Eisenhütten, Maschinenfabriken und dem großen Industriehafen ´El Musel´ das wirtschaftliche Zentrum.

Der Fischerort Luarca schmiegt sich malerisch in eine von steilen Hängen umgebene Bucht.
Mit einer Flotte von 55 Booten ist Luarca einer der wichtigsten Fischerhäfen Asturiens.

Der Weg zieht sich nun gemütlich durch das sanft hügelige Küstenvorland.
Bevor der Weg ab Ribadeo ins galische Inland schwenkt, gibt es nochmals Meer pur inklusive kurzer Strandeinlagen.


Galicien
Der Übergang von Asturien nach Galicien verläuft sanft.
Bereits im Grenzgebiet kündigt manch Ortsname oder die schmalere Bauweise der Hórreos (Kornspeicher) die Nachbarregion an.

Noch immer ist das von Landwirtschaft und Fischerei geprägte Galicien eines der ärmsten Gebiete Spaniens.
Tourismus spielt in der landschaftlich außerordentlich schönen Region nur im Sommer eine Rolle.
Weltabgeschiedene Weiler, viele Wälder und Kuhweiden -
in ländischer Zivilisationsferne und auf aussichtsreichen Wegen im bergigen Inland fällt der Abschied vom Meer leicht.

Die Bischofsstadt Mondónedo ist sicher eine der reizvollsten Stationen des galicischen Teils des Nordweges.
Kleine Gässchen und Plätze zwischen Häusern mit weißen, verglasten Holzveranden lassen den gemütlichen Ort wohltuend zeitlos erscheinen.
Herzstück ist der Kirchplatz mit der Catedral de Santa Maria.
Für einen Platz in der Herberge (ehemaliges Gefängnis) muss man sich erst bei der Polizei registrieren.
Für eine geringe Gebühr (5€) bekommt man dort die Bettnummer zugewiesen und evtl. den Schlüssel zum Gebäude ausgehändigt.

Bis nach Sobrado folgt nun eine landschaftlich reizvolle Etappe fernab großer Ortschaften.
Ab und zu sieht man noch Bauern wie anno dazumal mit Arbeitspferden auf dem Feld.

Der Gebäudekomplex des Monasterio de Santa Maria de Sobrado lässt noch die einstige Größe des Klosters erahnen.
Mit der Verstaatlichung der Kirchengüter endete das Klosterleben, die Gebäude verfielen.
Ab 1954 begannen Mönche aus Cóbreces (Kantabrien) mit dem Wiederaufbau, seit 1966 lebt wieder eine Zisterziensergemeinschaft in Sobrado.
Im Kloster ist auch eine Pilgerherberge untergebracht, in der wir übernachteten.

Bevor wir auf den Camino Francés einschwenken, können wir noch mal ländliche Ruhe genießen.
Es geht über Sträßchen durch die offene, sanft gewellte Landschaft vorbei an einer schier endlosen Kette von Weilern und Siedlungen.

Vor Santiago de Compostela dominieren die Eukalyptuswälder.

Millionen von Freudenseufzern sind auf dem Monte do Gozo im Laufe der tausendjährigen Pilgergeschichte schon ausgestoßen worden.
Ungezählt die Momente des höchsten Genusses (span. gozo) beim ersten Anblick der Türme der Kathedrale von Santiago.
Im Mittelalter durfte sich der Pilger einer Gruppe, der zuerst die Kathedrale erblickte, Pilgerkönig nennen.

Santiago de Compostela
ist neben Rom und Jerusalem dritter großer Wallfahrtsort und eines der bedeutendsten Pilgerziele der Christenheit.
Entstanden aus dem Jakobskult, ist die Stadt ein architektonisch-kulturelles Gesamtkunstwerk.
Durch die Porta do Camino (bis 1835 Standort eines der sieben Stadttore) gelangen die Pilger in die Altstadt.
Vorbei am mächtigen Benediktinerkloster San Martin Pinario gelangen wir auf die Praza do Obradoiro, den Platz vor der monumentalen barocken Westfasade der Catedral de Santiago de Compostela.
Der Botafumeiro, das rund 60 kg (gefüllt 100 kg) schwere, 160 cm hohe versilberte Weihrauchfass, kommt nur zu besonderen Anlässen zum Einsatz, sonst wird es in der Bibliothek aufbewahrt.
Früher machte er den strengen Körpergeruch der Pilger erträglicher.
Heute ist es ein beliebtes Spektakel, wenn er am 35 m langen Seil hängend durch das Querschiff geschwenkt wird.
Beherrscht wird der 97 m lange Kirchenraum vom aufwendig gearbeiteten Altar mit dem mit viel Gold, Silber und Edelsteinen geschmückten Jakobus.

Erst wenn die Treppe hinter dem Altarraum erklommen und der Apostel umarmt ist, ist die Pilgerreise zu Ende.




Von unserer Reise auf dem Küstenweg gibt es eine Bilder-Show (ca. 1 1/2 Std), mit eindrucksvollen Bildern und Eindrücken vom Küstenweg, die wir gerne auf Wunsch ein vorführen.
Die Show ist unterlegt mit Musik und wird von uns beiden kommentiert.

Ulrike und Werner Armbruster

Bilder Jakobsweg